Zeitenspiegel Reportagen

Otto-Brenner-Preis für Fritz Schaap

17.10.2017

Zeitenspiegler Fritz Schaap wird mit dem Zweiten Platz beim Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus ausgezeichnet. Er erhält diesen 2. Preis mit einer Dotierung von 5000 Euro für eine dreiteilige Serie über den Alltag im vom Krieg gebeutelten Syrien und insbesondere in der Hauptstadt Damaskus.

Die Otto Brenner Stiftung der IG Metall verleiht den Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus 2017 zum 13. Mal. Prämiert werden journalistische Arbeiten, die das Motto der Ausschreibung “Gründliche Recherche statt bestellter Wahrheiten” in ihren Beiträgen beispielhaft umgesetzt haben. Aus mehr als 700 Bewerbungen, neuer OBS-Rekord, wählte die Jury am 19. September in Frankfurt a.M. die Preisträger in fünf Kategorien.

“Krieg”, so die Jury, “ist der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung in friedlichen Ländern fern, unheimlich, in seinen Konsequenzen schwer konkret vorstellbar”. Wenn ein Krieg dann noch in einem Land mit fremder Kultur stattfindet, so die Jury weiter, “dann rückt er endgültig in den Bereich des Unfassbaren, Unbegreiflichen – es sei denn, ein Autor wie Fritz Schaap nimmt sich des Themas an”. Nach Auffassung der Jury gelingt es “ganz selten jemandem so eindringlich wie diesem freiberuflich tätigen Journalisten, seinen Leserinnen und Lesern die Gefühle, Lebensbedingungen, Motive der Bevölkerung in einem Kriegsgebiet nahezubringen”.

Schaaps dreiteilige im SPIEGEL erschienene Reportage – “Furcht und Betäubung” (Nr. 50/2016), “Es war einmal eine Nation” (Nr. 7/2017) und “In der Hand der Gangster” (Nr. 10/2017) – bringt uns vom Krieg gezeichnete Menschen wie beispielsweise einen Barkeeper, einen Fleischer oder eine Architektin so nahe, “als handele es sich um mehr oder minder vertraute Nachbarn”. Plötzlich “ist das Grauen im fernen Syrien gar nicht mehr fern, sondern nah und fast spürbar”. Für die Jury des Brenner-Preises ist die Serie “Kriegsberichterstattung im besten Sinne des Wortes”.

Wir gratulieren und freuen uns!